Autonomes Implantat für patientenschonende Krebsbehandlung

Mikropumpe für patientenschonende Krebsbehandlung
© Fraunhofer EMFT
Mikropumpe für patientenschonende Krebsbehandlung

Wenn bei einer Krebserkrankung der Tumor metastasiert, verschlechtern sich die Heilungschancen des Patienten bzw. der Patientin erheblich. Besonders bedrohlich sind diese Absiedlungen bei bösartigen Tumoren, da trotz zahlreicher Versuche bis jetzt noch keine wirksame Behandlung gegen Metastasierung gefunden werden konnte. Einen neuen innovativen Ansatz verfolgt die Fraunhofer EMFT in einem gemeinsamen Entwicklungsprojekt mit ihrem Industriepartner.

Zytostatika sind mächtige Medikamente im Kampf gegen Krebs. Sie beeinträchtigen fast alle Zellen des Körpers, und töten dabei nicht nur die Krebszellen sondern auch gesunde Zellen. Die Zielsetzung des Projekts ist es, die von der Fraunhofer EMFT entwickelte blasentolerante MEMS-Mikropumpe (TUDOS - Tumor Dosing) aus Silizium gegen die meningeale Metastasierung als Herzstück eines autonomen Implantats einzusetzen. Die Mikropumpe ist in der Lage, das Medikament metronomisch auf den Mikroliter genau direkt in den Tumor zu dosieren, und dabei gesunde Zellen unbeschädigt lassen. So wird das therapeutische Niveau nicht verlassen, welches die Grundlage für eine ganz neu modernisierte und patientenschonendere Krebsbehandlung legt.

Ausblick

Neben der exakten Untersuchung der Dosierstabilität im Langzeittest des gepumpten Zytostatikums wird auch die Wechselwirkung zwischen Mikropumpe und Wirkstoff erforscht, um die Mikropumpen für medizinische Untersuchungen vorzubereiten. Dieser Fortschritt könnte in Zukunft ein entscheidender Ansatz sein, denn noch immer sind Metastasen im Überlebenskampf gegen Krebs der größte Gegner.