MRSA-Schnelltest: Multiresistenter Staphylococcus aureus

Kurzbeschreibung

© Fraunhofer EMFT / Bernd Müller
System zur Detektion von MRSA Bakterien.

Multiresistente Erreger, beispielsweise der MRSA (multiresistenter Staphylococcus aureus), können sich schnell ausbreiten und bei ohnehin geschwächten Personen, zum Beispiel in Kliniken und Pflegeheimen, zur ernsten Gesundheitsgefahr werden. Da die Methoden zum Nachweis von MRSA entweder sehr zeitaufwändig (mikrobiologisch kultureller Nachweis) oder sehr kostenintensiv (molekularbiologischer oder Antikörper-basierter Nachweis) sind, wird derzeit in den meisten Ländern kein generelles Eingangsscreening aller Patienten bei der Aufnahme in die Kliniken durchgeführt.

Ein Forschungsteam der Fraunhofer EMFT hat gemeinsam mit den Asklepios Kliniken GmbH und dem mittelständischen Unternehmen KETEK GmbH einen kostengünstigen MRSA-Schnelltest entwickelt, der in einer möglichen Zielanwendung als routinemäßige Eingangsuntersuchung in Krankenhäusern eingesetzt werden könnte. Durch die frühzeitige Erkennung einer MRSA-Infektion oder Kolonisation und eine entsprechende Behandlung ließe sich das Übertragungsrisiko der Erreger auf andere Patienten deutlich reduzieren. Für den Schnelltest ist vom Patienten lediglich ein Nasenabstrich erforderlich. Ob MRSA in der Probe vorliegt, lässt sich unter Verwendung von Fluoreszenzindikatoren mit einem hochempfindlichen Detektionssystem in kurzer Zeit erkennen.

Der innovative Schnelltest zum Nachweis resistenter Bakterien wurde als Gesamtsystem für die Vor-Ort-Analytik im Labor-Maßstab aufgebaut. Im Rahmen einer Studie wurde das Verfahren im Klinik-Umfeld erprobt und kontinuierlich an die realen Bedingungen angepasst. Das Vorhaben wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie  im Rahmen des Programms „Mikrosystemtechnik Bayern“ unter dem Förderkennzeichen MST-1308-001/BAY 189/001 gefördert.