Portabler Mikroentgaser

Kurzbeschreibung

© Foto Fraunhofer EMFT /Bernd Müller

Entgaser basierend auf Mikropumpe

Gelöste Gase in Flüssigkeiten können chemische oder biotechnologische Verarbeitungsprozesse empfindlich stören: So führen Druck- oder Temperaturschwankungen unter Umständen zum Ausgasen der Flüssigkeit, also zur Bildung von winzigen Gasbläschen. Diese können die Messwerte von Sensoren verfälschen, die Kompressibilität der Flüssigkeit verschlechtern oder im schlimmsten Fall zum Ausfall der Anlage führen.

Forscher der Fraunhofer EMFT haben einen autarken, portablen Mikroentgaser entwickelt, der sowohl Gasblasen als auch gelöstes Gas aus einer Flüssigkeit entfernen kann. Im Entgaser ist eine an der Fraunhofer EMFT entwickelte Silizium-Mikromembranpumpe integriert. Diese kann sehr hohe Unterdrücke von bis zu -55 kPa aufbauen – das ist ausreichend, um den nötigen Unterdruck in der Kammer zu erzeugen und während der Entgasung aufrechtzuerhalten. Ein Funktionsdemonstrator des Mikroentgasers zeigt in bisherigen Tests eine Entgasungseffizienz von ca. 50% bei Förderraten 50-200µl/min. Er verfügt über zwei Standard-Luer-Anschlüsse für Zulauf und Ablauf sowie einen Stecker für die Spannungssteuerung der Mikropumpe, so dass das System ohne großen Aufwand in die meisten Anlagen integriert werden kann.

Anwendung

Bisher am Markt verfügbare Entgaser sind teuer und benötigen für den Betrieb einen Vakuumanschluss, über den meist nur gut ausgestattete Labore verfügen. Der portable Mikroentgaser benötigt dagegen nur einen Stromanschluss für seinen Betrieb. Damit ermöglicht er einen mobilen und flexiblen Einsatz im Rahmen von Analyse- und Verarbeitungsprozessen in der Medizintechnik, Biotechnologie oder chemischen Industrie.

 

Gefördert

Die Arbeiten wurden von der Fraunhofer-Gesellschaft im Rahmen eines MEF-Projekts gefördert.