Erster Bayerischer Mädchen-Technik-Kongress

Ein Technik-Kongress nur für Mädchen

Rund 400 begeisterte Schülerinnen und ihre Lehrkräfte waren zu Gast beim Ersten Bayerischen Mädchen-Technik-Kongress, der von der Fraunhofer EMFT initiiert und gemeinsam mit Industrie-Partnern und Bildungseinrichtungen an der Hochschule Kempten gestaltet wurde. Der bunte Erlebnistag für Schülerinnen ab der 6. Jahrgangsstufe stand unter der Schirmherrschaft von Christine Haderthauer – Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen.

Trubel und ausgelassene Stimmung herrschten am Morgen des 29. Septembers auf dem Campus der Hochschule Kempten. Aus der gesamten Region von Lindau bis Landsberg hatten sich die Schülerinnen zuvor mit ihren Lehrern zu einem spannenden Workshoptag rund um die Themen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) angemeldet.

Die Fraunhofer-Einrichtung für Modulare Festkörper-Technologien EMFT und die Hochschule Kempten arbeiteten seit mehreren Monaten an einem passenden Programm. Gemeinsam mit Partnern aus der regionalen Wirtschaft und Allgäuer Schulen hatten sie sich zum Ziel gesetzt, Mädchen und junge Frauen nicht nur in direkten Kontakt mit Technik und Naturwissenschaften zu bringen, sondern auch Begeisterung für die sogenannten MINT – Themen ausschließlich durch weibliche Rollenvorbilder zu vermitteln.

Das Thomas-Dachser-Auditorium der Hochschule Kempten war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Hochschulpräsident Prof. Dr. Robert F. Schmidt und Sabine Athen vom Bayerischen Sozialministerium die Mädchen begrüßten. Eindrucksvoll schilderten Sebnem Gül und Sümeyya Güclü, wie sie ihren Weg in technische Studiengänge gefunden haben. Im Anschluss daran starteten die Workshops sowie der Marktplatzbetrieb. Schülerinnen ab der achten Jahrgangsstufe, Auszubildende, Studentinnen und Expertinnen gaben den ganzen Tag Einblick in ihre MINT-Erfahrungen und leiteten Schülerinnen bei ihren Experimenten an.

Themen wie: ein Windrad montieren, einem Roboter das Laufen lernen, Erbinformationen aus der Banane holen, Seife herstellen, eine Reise in die Zwergenwelt der Nanotechnologie, warum man Prozessautomatisierung für Käse braucht – sorgten für Neugier, Entdeckergeist und Spaß beim Mitmachen. Beim „Speed-Dating“, einem flotten Begegnungsspiel mit Frauen aus MINT-Berufen, und an den verschiedensten Marktplatz-Ständen konnten sich die Schülerinnen von der Technikbegeisterung der Referentinnen anstecken lassen.

Ein besonders Highlight bildete zudem der Fraunhofer Truck auf dem Hochschul-Campus. Das mobile Technologie-Museum nahm die Teenagerinnen mit auf eine Entdeckungsreise in aktuelle Forschungsthemen aus den Bereichen Gesundheit, Umwelt, Energie, Sicherheit, Kommunikation und Mobilität.

Im Abschlussplenum konnte eine technische Neuentwicklung vorgestellt werden: Eine Schülerinnengruppe präsentierte eine Klamottenentwurf-Maschine, die sie im Rahmen eines Kreativitätsworkshops entwickelt und gebaut hatten. Die Gewinnerinnen des Preisrätsels mit durchaus anspruchsvollen Fragen wurden bekannt gegeben: den ersten Preis - ein Schulerlebnistag mit dem Nano-Mobil der Nanoinitiative Bayern – konnte Christina Thiel an Ihre Schule, das Bodenseegymnasium in Lindau holen.

Die Fraunhofer-Einrichtung für Modulare Festkörper-Technologien EMFT aus München und die Hochschule Kempten danken allen Mädchen für ihr Kommen sowie den beteiligten Schulen, Firmen, Institutionen und Sponsoren für ihre Unterstützung!

Der erste Bayerische Mädchen-Technik-Kongress ist Teil eines bundesweiten Vorhabens MSTFemnet, bei dem in 7 Bundesländern Mädchen-Technik-Kongresse durchgeführt wurden. „Mäta“ ist Teil des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen - „Komm mach MINT“ . Er wurde im Rahmen der Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung ins Leben gerufen. Ziel ist die Förderung des Interesses von Mädchen und Frauen an MINT.