© Fraunhofer EMFT / Bernd Müller

STCrimp Kurs: Demonstration einer Go-NoGo Prüfung an einem 4-Backen 8-Dorncrimp

Am Zentrum für Verbindungstechnik in der Elektronik ZVE der Fraunhofer EMFT in Oberpfaffenhofen lehren Experten und Expertinnen seit über 30 Jahren wichtiges Know-how rund um die elektrische Verbindungstechnik. Der Schwerpunkt liegt auf der beruflichen Weiterbildung von QS-Verantwortlichen, Facharbeiterinnen und Werkern.

Auch in Zeiten von Industrie 4.0 ist gute Handarbeit gefragt: Löten und Crimpen haben nach wie vor ihren festen Platz in der Verbindungstechnik elektronischer Baugruppen. Beide Verfahren garantieren eine hohe Qualität und Zuverlässigkeit der elektrischen Verbindungen. Das Zentrum für Verbindungstechnik ZVE in Oberpfaffenhofen hat sich in der Region mit seiner mehr als 30jährigen Erfahrung als wichtige Anlaufstelle für Schulung und Weiterbildung etabliert. Das ZVE ist sowohl von der European Space Agency ESA als auch von der Association Connecting Electronics Industries IPC als Ausbildungs- und Trainingszentrum akkreditiert und führt Lehrgänge mit anschließender Zertifizierung durch.

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Power-Löten an einer Massefläche mit hoher Wärmeenergieaufnahme im Verhältnis zu einer Standard-Lötstelle

Das moderne Schulungskonzept der Oberpfaffenhofener trägt der Tatsache Rechnung, dass Lernen und Arbeiten in der heutigen Berufswelt kaum mehr voneinander zu trennen sind. Auch in klassischen Produktionsbetrieben hat der »Wissensarbeitende« längst Einzug gehalten. Eine kontinuierliche Weiterbildung ist nötig, um auf dem aktuellen Stand der Technik zu bleiben. Um die Wissensvermittlung effektiv und praxisnah in den Arbeitsalltag zu integrieren, setzt das Schulungskonzept des ZVE ergänzend zu klassischen Seminarformen auf flexible Formate wie Webinare oder Apps, die Informationen situationsspezifisch und bedarfsorientiert abrufbar machen. Auch zur Vor- oder Nachbereitung der Seminare kommen die Lern-Apps zum Einsatz. Das Themenspektrum der Angebote reicht von Herstellungstechnologien, Informationen zu Installation und Produktion bis hin zu Reparatur- oder Wartungsvorgängen. Das vermittelte Wissen ist dabei nicht nur trockene Theorie, sondern fließt direkt aus den aktuellen F&E-Aktivitäten zur elektronischen Baugruppenfertigung und der elektrischmechanischen Anschlusstechnik in die Schulungsinhalte ein.

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Klimaprüfung einer elektronischen Baugruppe

Neben Schulungen und Trainings gehören die Prozessqualifizierung, Prozessaudits und die Schadensanalytik zum Dienstleistungsangebot. Dafür stehen eine 2D- und CT-Röntgenanlage, ein Rasterelektronenmikroskop, Temperaturwechsel- und Klimaprüfschränke sowie ein Metallographielabor zur Verfügung. Durch langjährige Kontakte zur Luft- und Raumfahrtindustrie zählt die Qualifizierung elektronischer Baugruppen unter rauen Umgebungsbedingungen mit zu den Kernkompetenzen des Schulungszentrums.

Die F&E-Aktivitäten des ZVE stehen ganz im Zeichen des Internet of Things (IoT): Denn in vernetzten Umgebungen sind Konnektivität und Zuverlässigkeit der elektronischen Schnittstellen ein absolutes Muss, damit das Gesamtsystem reibungslos funktioniert – gerade in sicherheitssensiblen Bereichen wie z.B. dem autonomen Fahren. In diesem Kontext entwickeln die Forschenden etwa so genannte Cyber Physical Connectors: Diese Steckverbinder sind mit Sensoren ausgerüstet und ermöglichen ein kontinuierliches Monitoring des Verbindungszustands. Dadurch lassen sich Systemausfälle durch defekte Kontakte vermeiden.