Nachhaltige Point-of-Care Diagnostik für die Medizintechnik

Projekt SusFE

Das Fraunhofer EMFT entwickelt ressourcenschonende Kupferleiterbahnen und flexible Sensorik „von der Rolle" – Grundlage für Point-of-Care Diagnostik, Wundmonitoring und Blut-Selbstentnahme, die im Gesundheitswesen breit einsetzbar sind.

Echtzeit-Wundüberwachung für Point-of-Care Diagnostik
© Fraunhofer EMFT
Echtzeit-Wundüberwachung im Krankenhaus zur Reduzierung von Kontrollen und des Sepsisrisikos

Flexible Elektronik im Rolle-zu-Rolle-Verfahren

Beitrag des Fraunhofer EMFT an SusFE

Das Team entwickelte ressourcenschonende Kupferleiterbahnen auf Folien im semi-additiven Verfahren, die Materialverbrauch und Umweltbelastung deutlich reduzieren. Ergänzend passte das Fraunhofer EMFT miniaturisierte pH-Sensoren für das Wundmonitoring an und erprobte sie – kompakt genug, um sich direkt in Folien-Systeme oder Bandagen integrieren zu lassen.

Ein Highlight ist der Demonstrator eines pH-Sensors auf Foliensubstrat: Silizium-basierte Sensoren wurden auf flexible Filme integriert und arbeiten stabil im pH-Bereich 5 bis 8 – genau der Bereich, der bei der Wundsensorik Aufschluss über Entzündungen und Heilungsverlauf gibt. Darüber hinaus verantwortet das Institut die modulare Integration elektronischer Module, Sensor-Patches und Energiequellen zu einsatzfähigen Systemen, wie sie auch im Point-of-Care-Gerät des Projekts zum Einsatz kommen.

Auch die Messung der Temperatur an der Hautoberfläche ist ein wertvoller Parameter in der Gesundheitsüberwachung. Hierzu haben die Partner in SusFE eine Weltneuheit gezeigt: Ein kleines Folien-Modul zur Temperaturmessung, das für die Übertragung der Werte an ein Smartphone einen super dünnen NFC Controller-Chip (FlexIC) verwendet, der nicht auf der Basis von einkristallinem Silizium funktioniert.

Von der Sensorik zur Point-of-Care Diagnostik

Technologie im Überblick

Alternde Gesellschaften, chronische Erkrankungen und steigende Kosten setzen Gesundheitssysteme zunehmend unter Druck – gefragt sind Diagnosegeräte, die zugleich günstig und ressourcenschonend sind. Genau hier setzt SusFE an: Aufbauend auf flexibler Sensorik und Verdrahtungstechnik entwickelt das Konsortium medizinische Anwendungen für Wundmonitoring (Fraunhofer EMFT) sowie Blut-Selbstentnahme und Point-of-Care-Diagnostik (Partner) – konsequent auf Basis nachhaltiger Elektronik und Biosensor-Technologien statt klassischer, ressourcenintensiver Siliziumlösungen.

Sensorik bis Point-of-Care Diagnostik SusFE

Von der Komponente zum System

Hintergrund und Ausblick für nachhaltige und medizinische Sensorik

SusFE hat die Entwicklung aller erforderlichen Komponenten für eine nachhaltige medizinische Sensorik erfolgreich demonstriert. Als nächste Schritte streben die Partner die vollständige Systemintegration an – von der ökologischen Energiequelle über Mikrocontroller und Sensoren bis zur Software-Plattform – sowie deren Erprobung im medizinischen Umfeld.

SusFE Innovative Processes & Methodologies for Next Generation Sustainable Functional Electronic Components and Systems
Laufzeit
Oktober 2022 – März 2026
Förderung
Horizon Europe, Fördernummer 101070477
Konsortialführung

Interesse an einer Zusammenarbeit?

Sprechen Sie mit dem Fraunhofer-EMFT-Team über flexible, nachhaltige Elektronik für Ihre medizintechnische Anwendung.

Das könnte Sie auch interessieren:

Rolle-zu-Rolle Verfahren von flexiblen Substraten

Flexible Elektronik

SusFE Projektwebsite