ICOS: Strategie-Support für die technologische Souveränität der EU im Halbleiter-Sektor

Die strategische Bedeutung von Halbleitern und die Abhängigkeit Europas von anderen Regionen der Welt zeigt sich durch die jüngsten internationalen Krisen deutlich. Im EU-Projekt ICOS Arbeiten europäische Forschungsorganisationen gemeinsam mit der Industrie am Aufbau von Know-how und Netzwerken, um Europa gemäß den Zielen des EU Chips Acts zu unterstützen, seine Souveränität und Führungsrolle in diesem Bereich wiederzuerlangen.

Heterointegration: Chip Stapel auf Basiswafer
© Fraunhofer EMFT/ Bernd Müller
Heterointegration: Chip Stapel auf Basiswafer

Das Projekt ICOS, eine auf drei Jahre angelegte Koordinierungs- und Fördermaßnahme (CSA) der Europäischen Kommission im Rahmen von Horizon Europe, zielt darauf ab, das Wachstum der europäischen Halbleiter- und halbleiterbasierten Photonik-Industrie durch gezielte internationale Forschungszusammenarbeit zu unterstützen.

In diesem Zusammenhang unterstützt ICOS die vielversprechendsten wissenschaftlichen Kooperationen, indem es führende Unternehmen im Halbleitersektor adressiert. So werden die Projektpartner die Wertschöpfungsketten von Halbleitern für Elektronik und Photonik sowie die Stärken und Lücken der europäischen und internationalen Industrie in diesem Bereich analysieren und aufkommende Zukunftstechnologien sowie die interessantesten Länder für eine internationale Zusammenarbeit ermitteln. Auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse wird ICOS dann die Forschungsthemen hervorheben, die den europäischen strategischen Zielen am meisten zugute kommen und diese in Vorschläge für künftige bilaterale oder multilaterale Forschungsinitiativen und praktische Formen der Zusammenarbeit einbetten. 

Die Fraunhofer Gesellschaft  ist mit ihren Instituten IISB und EMFT vertreten. Das Fraunhofer EMFT beteiligt sich im Rahmen des Projekts an Chips Act-relevantem Technologie-Scanning, Prognosen zu Zukunftstechnologien im Bereich »advanced functionality« und insbesondere am Aufbau internationaler Kooperationen mit nationalen Einrichtungen außerhalb der EU in enger Zusammenarbeit mit dem VDI/VDE TZ. 

Das Konsortium setzt sich aus sechs akademischen Partnern (Grenoble INP, IUNET, TU Delft, WUT, IMT, Universität Gent), fünf Forschungs- und Technologieorganisationen (RTO : CEA-LETI, imec, Tyndall, VTT, Fraunhofer), zwei akademischen und industriellen Vereinigungen (SiNANO Institute und AENEAS), vier Halbleiterherstellern (NXP Semiconductors, Bosch, Infineon, STMicroelectronics) und zwei Industrieberatern (DECISION und VDI/VDE) aus neun europäischen Ländern zusammen. Darüber hinaus sind außereuropäische Partner - die USA, Japan und Taiwan - in zwei industriellen und internationalen Beiräten vertreten, was die globale und industrielle Dimension von ICOS nochmals verstärkt.

Das Projekt wird durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon Europe der Europäischen Union unter der Fördernummer 101092562 gefördert.

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