Virtual-Reality-System mit Duftstoffen für Einsatztrainings

Im Projekt "StressScent" wird ein Virtual-Reality-System entwickelt, welches Rettungs- und Einsatzkräfte durch ein realitätsnahes Training besser auf mitunter gefährliche Einsätze und Stresssituationen vorbereiten soll. Da in diesem Training alle Sinne zur besseren Nachempfindung von Situationen in der Realität angesprochen werden sollen, entwickelt die Fraunhofer EMFT eigens hierfür ein Geruchsdosierungssystem. Mithilfe des Projekts können zukünftige Einsatzkräfte besser auf Einsatzsituationen vorbereitet werden, ihre Stressresistenz erhöht werden und somit zu einem sichereren Arbeitsleben der Rettungskräfte beigetragen werden.

© Fraunhofer EMFT
Virtual-Reality-System mit Duftstoffen für Einsatztrainings

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Fraunhofer EMFT und der Universität der Bundeswehr München arbeiten im Projekt „StressScent“ an einem Virtual-Reality-System für Einsatztrainings. Das System integriert ein Headset mit Geruchdosierung sowie eine sensorische Komponente zur Detektion des Atemzyklus und möchte damit ein adaptives Gameplay basierend auf Stressmessung entwickeln.

Die Geruchsdosierung wird mittels von der Fraunhofer EMFT entwickelten Mikrodosiertechnik ermöglicht. Das aktuellste Siliziummodell der Mikromembranpumpen hat eine Größe von nur 3,5 x 3,5 x 0,6 mm³, und erweist sich somit als die kleinste Mikropumpe in der Welt. Eine Mikrodosiertechnologie mit einem Array der piezoelektrisch angetriebenen Silizium-Mikropumpen und mehreren Duftreservoiren, die in der Nähe der Nase montiert sind, ermöglicht ein Duftszenario mit 15 verschiedenen Duftimpressionen in 1 Minute. Das Dosierungsvolumen des Duftes soll so angepasst werden, dass die Duftmenge von einer Person nur einmal gerochen werden kann. Nach einem Atemzyklus sinkt die Konzentration unter die Nachweisgrenze der Nase und verschwindet, ohne sich auf die Kleidungsfläche aufzuprägen. Die Dosierung geschieht eventgesteuert mit Festlegung der Geruchsintensität und -dauer durch eine intelligente Atemzykluserkennung, die ggf. gemeinsam mit anderen Vitalparametern wie z.B. Puls, HRV, Hautleitfähigkeit ein Feedback über den Stresslevel der Probanden liefert.

Die Hauptanwendung für die Duftszenarien im Rahmen des Projekts „StressScent“ ist das Training des medizinischen Notfallversorgungspersonals im militärischen Umfeld mittels eines Serious Games. Dieses wurde von der Universität der Bundeswehr München entwickelt (Prof. Axel Lehmann & Prof. Marko Hofmann) und soll nun durch eine olfaktorische Wahrnehmung zum nahezu vollständigen Eintauchen in eine Stresssituation ergänzt und hinsichtlich des Stresserlebens untersucht werden (Prof. Karl-Heinz Renner).

 

 

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